Donnerstag, 29. August 2013

DORTMUND IN AUSGEGLICHENER GRUPPE

Hamburg / NYON. Vor der Auslosung dürfte Jürgen Klopp noch einmal Gänsehaut bekommen haben. Als die entscheidenden Szenen der letztjährigen Champions-League Saison über die großen Flatscreens im monegassischen Grimaldi-Forum liefen, wird Dortmunds Trainer mit einem weinenden und lachenden Auge zugesehen haben. Ob die Sterne für ein wiederum erfolgreiches Champions-League-Jahr ähnlich stehen, darüber sollte die folgende Auslosung der Champions-League-Gruppenphase aufklären.

So sahen die Gruppen letzte Saison aus. Dieses Jahr sollte es den BVB nicht so hart erwischen. 

Dass es den Ruhrpott-Verein noch schwerer trifft wie letztes Jahr, als man gegen drei nationale Meister antreten durfte, vermutete wohl niemand. Trotzdem war allen Verantwortlichen wohl im Voraus  klar, dass es wieder auf eine sogenannte „Hammergruppe“ hinauslaufen könnte. Schließlich rutschte der letztjährige Champions-League-Finalist und Bundesliga-Zweite nur vom vierten in den dritten Topf der Auslosung und war damit nicht in der gesetzten Elite des europäischen Klubsfussballs vertreten. Von den Schwergewichten warteten somit einige Mannschaften, die in den letzten fünf Jahren auf europäischer Bühne mehr erreichten als der BVB.

Es kam aber ganz unverhofft. Denn die Dortmunder Mannschaft um Stürmer Robert Lewandowski muss sich nicht mehr auf die letztjährige Champions-League-Saison einstellen, sondern auf ebenjene davor. Mit dem FC Arsenal und dem französischen Vizemeister Olympique de Marseille erwischte die Elf von Jürgen Klopp dieselben Gegner wie noch zwei Jahre zuvor, als man schon in der Gruppenphase scheiterte. Hinzu kommt der SSC Neapel. Die Sizilianer haben sich vor der Saison dank der eingenommenen 70 Millionen Euro durch den Verkauf von Edison Cavani qualitativ sowie quantitativ verstärkt. Alleine die drei von Real Madrid gekommenen Spieler Gonzalo Higuaín, José Maria Callejón sowie Raul Albiol sind ein großes Versprechen für die Zukunft des süditalienischen Klubs. Dazu dürften sie ihrem neuen Trainer Rafael Benitez von einigen gewonnen Erkenntnisse über die Dortmunder berichten. Real Madrid traf in der letzten Saison alleine viermal auf den BVB, zog jedoch sowohl in der Gruppen- als auch K.O.-Phase den Kürzeren. Von vielen neuen qualitativen und teuren Spielern kann der als knausrig geltenden Arsene Wenger nicht berichten. Der FC Arsenal tritt auf der Stelle, was seine Transferpolitik angeht und muss zudem in den nächsten zehn Wochen auf Nationalspieler Lukas Podolski verzichten. Dem Traditionsverein aus dem Norden Londons wird deshalb eine eher untergeordnete Rolle zugeteilt, dabei verfügen sie noch immer über einzigartige Spieler. Santí Carzola und ein wiedergenesener Jack Wilshere sind grandiose Spielgestalter. Im Süden Frankreichs ist es ruhig um die Truppe von Elie Baup geworden. Seit dem Champions-League-Achtelfinale von vor zwei Jahren hat sich die Mannschaft sicher als Tabellenzweiter der Ligue 1 für die Champions League qualifiziert und ist momentan wegen seines Topstürmers und französischen Nationalspielers André-Pierre Gignac (drei Treffer in drei Spielen) Tabellenerster.

Damals schieden die Borussen sang- und klanglos in der Gruppenphase aus. Wurden für ihre naive Spielweise belächelt. Der damalige deutsche Meister verlor trotz spielbestimmenden Angriffsfußball zweimal gegen Marseille und beim FC Arsenal. Angesicht der Tatsache, dass man nur einen Punkt aus den vier Spielen zog, zeigte sich Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke optimistisch dies wieder gut zu machen: „Nun bietet sich uns die Gelegenheit, gegen die Kontrahenten von 2011 zu zeigen, dass wir uns weiterentwickelt haben“ sagte er. Es ist auch unwahrscheinlich, dass Dortmund in diesem Jahr ein ähnliches Schicksal erleidet. Schließlich befand sich das Groß der Mannschaft noch in einem Reifeprozess. Die Dortmunder müssen sich nun aber trotz keinem kleineren Gegner mit einer Favoritenrolle anfreunden. Ob ihnen diese gefällt, wird die Champions-League-Saison 13/14 zeigen.